Reportagen

 

Im September habe ich für WDR2 eine Reise quer durch die USA gemacht, von San Francisco bis nach Miami. Es sollte eine symbolische Reise durch eini amerikanisches Leben sein, von der Geburt bis zur Rente, von einer Säuglingsstation bis zu einem Trailerpark für Senioren, um die Stimmung und die Probleme der US-BürgerInnen vor der Präsidentschaftswahl einzufangen. Zwei Wochen lang habe ich jeden Tag live aus dem amerikanischen Alltag berichtet. Einige der Fotos, die dabei entstanden sind, finden Sie hier.

Als die FIFA die Fußball-WM 2010 an Südafrika vergab, da verband sich für viele Freunde Afrikas damit die Hoffnung, dass es nun mit dem schlafenden Riesen, dem Armenhaus des Planeten, endgültig aufwärts gehe. Ich bin ein knappes Jahr vor der WM mit meinem Techniker Dirk Neuß ins südliche Afrika geflogen, um zu sehen, ob diese Hoffnung berechtigt war. Wir sind von Namibia nach Botswana , von Südafrika nach Lesotho gereist, um Menschen zu treffen, die Hoffnung machen, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Und wir haben sie getroffen: Die Unternehmerin im ehemaligen Township von Windhoek, Katutura, die Naturkosmetik für Schwarze herstellt. Die Musiker in Windhoek, die ihre Musik mit einem eigenen Plattenlabel auch in Europa verkaufen. Die Frau, die in der botswansichen Hauptstadt Gaborone Pralinen nach belgischen Rezepten herstellt. Und die Farmerin, die Hoodia anbaut, eine Pflanze, die einen Schlankmacher enthält, an dem auch internantionale Pharmakonzerne interessiert sind. Die Reise endete in einem Skigebiet in Lesotho. Skifahren in Afrika! Davon hatte ich vorher wirklich noch nie gehört.

 

Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2004 war hitzig und sehr konfrontativ. Senator John Kerry trat gegen den Amtsinhaber George W. Bush an. Es waren die ersten US-Präsidentschaftswahlen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Und auch in Deutschland war das Interesse an dieser Wahl sehr groß.

Ich flog für WDR2 einen Monat vor der Wahl in die USA. Wir wollten wissen, welche Themen die Wahlen entscheiden. Was die unterschiedlichen Politikentwürfe von Bush und Kerry für die Bügerinnen und Bürger in den Vereinigten Staaten bedeuten würden. Mit meinem Redakteur Jens Wiening durchquerte ich die Staaten von Ost nach West, von Philadelphia bis nach Seattle: Ten days - ten states. Und welche Themen wir recherchierten, das bestimmten die WDR2-Hörer. Sie gaben mir per Internet die Aufträge: Wer hat die meisten Jobs in Atlanta? Wie lernen die Kinder in New Orleans lesen? Wie viele Jobs brauchen Niedriglöhner in Casper zum Überleben? Kann man in Oklahoma wirklich an jeder Ecke Schusswaffen kaufen? Es war eine der spannendsten aber auch eine der anstrengendsten Reisen, die ich je gemacht habe.

 

Am 20. April 2010 explodierte im Golf von Mexiko die Ölplattform Deepwater Horizon. 11 Arbeiter kamen ums Leben. In der Folge traten geschätzte 800 Mio Liter Öl aus dem leckgeschlagenen Bohrloch aus. Es war die schlimmste Ökokatastrophe dieser Art in der Geschichte. Aber schon wenige Monate, nachdem das Bohrloch geschlossen werden konnte. gab Betreiber BP Entwarung. Man habe die Folgen der Katastrophe im Griff.

WDR2 schickte mich ein halbes Jahr nach der Katastrophe als Reporter an den Golf von Mexiko, um zu recherchieren, ob die offizielle BP-Version den Tatsachen entsprach. Mit meinem Techniker Jens Michalski bereiste ich die Golfküste von Urlaubsstränden in Florida bis zur amerikanischen BP-Zentrale in Texas. Wir sprachen mit Krabbenfischern und Wissenschaftlern, mit Hotelbetreibern und Naturschützern. Und wir konnten mit eigenen Augen sehen, was das Öl im Wasser und an der Küste angerichtet hatte. Und welche schlimmen Folgen das für die Menschen am Golf hatte.